Lifestyle ist mehr als nur eine Oberflächenbeschreibung. Er bezeichnet die soziale Praxis und die Selbstbeziehung der Menschen im Informationszeitalter mit dem Ziel, das Leben zu gestalten. Der künftige Lifestyle ist gekennzeichnet durch eine ästhetische Moral, neue Formen der Community und einer bottom-up-empowerment.Die Werte von morgen stellen wir anhand sieben Handlungsfeldern vor:
- Der neue Reichtum: Morgen wird reich sein, wer Erlebnisse hat, die für Geld nicht zu kaufen sind. Die Massenaufläufe der Jugend in aller Welt bei Besuchen des vormaligen Papstes Johannes Paul II sind ein Frühindikator – nicht so sehr für eine neue Religiosität der Jugend, sondern für die Suche nach Sinn, Gemeinschaft und Erlebnissen.

- Neu: Zukunftsstudie Lifeestyle 2020.
Die Werte von morgen.
Ein Versuch über die Zukunft von Georges T. Roos und Cyril Kennel. - Wellness – high tech high touch: Die Pflege von Körper, Geist und Seele geschieht nicht mehr aus Sorge, sondern aus Selbstliebe. Die phantastischen Aussichten der Gentherapie, die konstante Beobachtung biometrischer Daten und die Möglichkeiten der Gehirn-Computer-Interaktionen gehen einher mit spirituellen Praktiken, Poweryoga und sanfter Medizin. Gesundheit wird die Wachstumslokomotive der Zukunft.
- Die nächste Worklife-Balance: Wir werden zu Quartalssäufern der Arbeit: Phasen extremen Engagements wechseln mit Rekreations- und Kreationsphasen ab. Vermehrt werden wir als ICH-AG mit einem Portfolio von Tätigkeiten und unterschiedlichen Bindungsverhältnissen den eigenen Wert zu Markte tragen. Obwohl wir immer mehr Freizeit haben, überwiegt das subjektive Gefühl, immer weniger Zeit zu haben.
- Ende der Technik-Freakness: Nicholas Negroponte, der Direktor des MIT-Media Lab brachte es auf den Punkt. Die modernen Laptops machen keinen Spass mehr: Zu langsam, zu störanfällig. Im künftigen Alltag werden wir von intelligenten Dingen umgeben sein – falls es gelingt, Technologie wieder zum Hintergrundrauschen werden zu lassen.
- Down-Aging und Up-Aging: Der Durchschnittdeutsche (Median) wird 2020 siebeneinhalb Jahre älter sein als heute und trotzdem beinahe gleich viele Jahre noch vor sich haben: Wir werden immer älter und dabei sind wir immer länger fit. Die Babyboomer werden zu Anti-Aging-Jünger. Während die wachsende ältere Bevölkerung immer jünger wird, wird die Jugendphase zunehmend übersprungen.
- Ego-Altruismus: Während das Katastrophen-Bewusstsein steigt, wächst zunehmend die Einsicht, dass jeder einzelne etwas bewegen kann - und will: The Healing Power of Doing Good (so ein Buchtitel) verbindet Eigeninteresse und Gemeinnützigkeit. Ein projektbezogenes Engagement löst zunehmend die lebenslange Mitgliedschaft in Vereinen und Institutionen ab.
- Powershift durch neue Medien: Web 2.0 mit Blogging, Google Finance und anderen neuen Informationspraktiken stülpt die Informationshierarchie um. Die Hoheit müssen sich Unternehmen mit Verbraucher, Konsumentenschützer und spontanen Bewegungen teilen. Filme werden umgeschrieben, Produkte vom Markt genommen – auf Druck der Netzbewohner. Transparenz total, aber auch leichte Verbreitung von Gerüchten und Falschmeldungen.



